Agentische Systeme sind mehr als Autovervollständigung – und hybride Entwicklung ist mehr als Vibe Coding: Sie nutzt dessen Tempo, Software im Gespräch mit der KI entstehen zu lassen, übernimmt aber kein Ergebnis ungeprüft. Vier Eigenschaften machen agentische Systeme zu eigenständigen Ausführenden im Entwicklungsprozess:
Sie zerlegen komplexe Aufgaben („Erstelle eine Registrierungsfunktion“) selbstständig in kleinere Arbeitsschritte und arbeiten sie der Reihe nach ab.
Sie bedienen eigenständig Entwicklungsumgebung, Terminal, Git-Repositorys und Test-Frameworks – sie lesen Protokolle, starten Programme, prüfen Ergebnisse.
Schlägt ein Test fehl, analysiert die KI den Fehler und korrigiert ihren eigenen Code – ohne dass ein Mensch jede Runde eingreifen muss.
Sie verstehen die gesamte Codebasis, nicht nur einzelne Datei-Ausschnitte – Architektur, Konventionen, Abhängigkeiten.
Das Zusammenspiel von Mensch und KI teilt sich entlang des Software-Lebenszyklus auf:
| Phase | Rolle des Menschen | Rolle der agentischen KI |
|---|---|---|
| Konzeption & Design | Definiert Systemarchitektur, Fachlogik und Sicherheitsvorgaben. | Erstellt Prototypen, entwirft Schnittstellen und sucht nach potenziellen Logikfehlern. |
| Implementierung | Übernimmt komplexe, kreative Kernkomponenten und führt Code-Reviews durch. | Schreibt Standard-Code, integriert Schnittstellen und behebt bekannte Fehler. |
| Testing & Qualitätssicherung | Definiert Teststrategie und Grenzfälle. | Schreibt automatisierte Unit- und Integrationstests; führt autonome Regressionstests durch. |
| Build, Auslieferung & Betrieb | Gibt Releases frei und überwacht die Infrastruktur-Richtlinien. | Erstellt Build- und Installationspakete, optimiert CI/CD-Pipelines und analysiert Build-Fehler. |